bachelor
Grande Cretto di Burri, Gibellina ©Pino Musi

Sizilien als Bühne. Architektur und Theatralität von der Antike bis heute

Aktuelle Forschungen zur Geschichte und Theorie der Architektur
Geschichte und Theorie der Architektur
Franziska Wilcken M.A.
Beginn:
28.04.22 , 14:00
Ort:
Raum 01-U24.1 + Digital
In seiner "Italienischen Reise" beschreibt J.W.v. Goethe den architektonischen Fokus des Theaters:: „Wenn irgend etwas Schauwürdiges auf flacher Erde vorgeht und alles zuläuft, suchen die Hintersten auf alle mögliche Weise sich über die Vordersten zu erheben: man tritt auf Bänke, rollt Fässer herbei, fährt mit Wagen heran, […] besetzt einen benachbarten Hügel und es bildet sich in der Geschwindigkeit ein Krater. […] Dieses allgemeine Bedürfniß zu befriedigen, ist hier die Aufgabe des Architekten.“

In der kurzen Passage erscheinen das Schauen, das Spektakel und auch der Akt der Vergemeinschaftung des Publikums als Elemente des Theatralen. Die Frage nach diesen Prozessen und nach dem, welche Konsequenzen Theater und Theatralik in der Architektur haben, bestimmt das Seminarprogramm.
Das Theatrale wird zugeich mit der nahezu synonymen 'Italianitá' erkundet: Wir besuchen Sizilien, lesen Texte über das Theater wie auch Stücke selbst, und beschäftigen uns mit der theatralen Szene.

Im Austausch mit Studierenden des gleichnamigen Seminars an der Universität Köln und Prof. Dr. Gabriella Cianciolo Cosentino werden Orte des Theatralen in Kaiserslautern und in Köln aufgesucht und analysiert: in den Kontexten Öffentlichkeit, Stadt, Raum und Politik.

Theatrale Orte werden in der gemeinsamen Exkursion in ihrer einzigartigen sizilianischen Ausprägung untersucht. Die Natur, die Topographie, Architektur, Städte und die Kunst werden zu Darstellern der Bühne Sizilien.