Rote Liste – Versuch einer Typologie gefährdeter Bausubstanz

Eva Stricker
Beginn:
04.11.2022, 9:00 - 18:00
Zirkuläres Bauen erfordert eine neue Kultur im Umgang mit Baubestand, die den Wert des bearbeiteten Materials nicht nur aus ökonomischer und kunsthistorischer Perspektive, sondern auch hinsichtlich investierter Umwelteinwirkungen neu bemisst. Als Architekt:innen sind wir gefordert, Alternativen zum Konzept Abbruch und Ersatzneubau zu finden und auch beim Umgang mit dem ganz normalen gebauten Mittelmass eine Kultur des Erhaltens und Wiederverwendens zu entwickeln, die den lokalen Bestand als wertvolle Ressource entdeckt. Dafür müssen wir wissen, womit wir es zu tun haben. Wir versuchen uns deshalb an einer «Typologie gefährdeter Bausubstanz» in Kaiserslautern: Welche Bauten stehen aktuell zur Disposition und warum? Lassen sich besonders «gefährdete» Arten erkennen, die wir in einer «Roten Liste» kartieren und einordnen können?
Welche Ressourcen stecken in welcher Quantität darin, und wie liessen die sich am besten nutzen durch Erhalt, Wiederverwendung, Verwertung? Vom Haus über die Stadt zurück zum exemplarischen Ressourcenkatalog lernen wir die Stadt mit neuen Augen kennen: Wir feldforschen, messen, recherchieren, inventarisieren, analysieren, systematisieren, spekulieren… und entwerfen dabei gemeinsam ein vielschichtiges, anregendes, intuitives Kartenwerk, das ein neues Verständnis eröffnet für das, was da ist und was daraus entstehen könnte.

Die Gruppenarbeit wird im Atelier in Tischkritiken betreut und begleitet von Vorlesungen, Fachgesprächen zu baukulturellen, materialwissenschaftlichen und energetischen Aspekten sowie dem Austausch mit Architekt:innen, die bereits aus dem Bestand als Ressource schöpfen.