bachelor
S. Brinitzer

Die Säule. Ein Architekturelement von der Antike bis zur Postmoderne

Angewandte Kunst- und Architekturgeschichte
Geschichte und Theorie der Architektur
PD Dr. habil. Sabine Brinitzer
Begin:
Montag, 8. November 2021, 14:00 Uhr
Place:
digital und zu angekündigten Terminen in Raum 86 -103
Als die griechische Antike die drei Säulenordnungen dorisch, ionisch und korinthisch hervorbrachte, zu denen in römischer Zeit die toskanische und die komposite Ordnung hinzukamen, war ein Architekturelement erfunden worden, das sich bis heute erhalten hat. Dennoch war die Säule in ihrem Gebrauch und ihrer Gestaltung in der Baugeschichte einem steten Wandel unterworfen.
Diese wechselvolle Anwendung der Säule zeigte sich nicht nur, indem sie bald als Kolossalordnung gebaut wurde, sondern auch indem sie vom tragenden zum dekorativen Element wurde. Auch ihre Benutzung als einzelne oder freistehende Säule, als Halb-, Dreiviertel- oder Doppelsäule sind Merkmale ihres weiterentwickelten Gebrauchs. Hinzu kamen neue Gestaltungsformen der Kapitelle, wie im Mittelalter, oder des Schaftes, wie vor allem im Barock.
Die erste nachantike Epoche, in der die Säule an allen Baugattungen Anwendung fand und - in der Nachfolge von Vitruv - eine intensive theoretische Auseinandersetzung mit den klassischen Säulenordnungen einsetzte, war die Renaissance. Ihr folgte im Sinne einer Rückbesinnung auf die Antike und der Wiederverwendung der klassischen Säulenordnungen erst das 19. Jahrhundert.
Nachdem die klassische Säule in der Architektur der Moderne durch den Rundpfeiler ersetzt worden war, wurde die Säule in ihrer originären Form erst wieder in der postmodernen Architektur aufgegriffen, jedoch vor allem als Zitat, Motiv und Verfremdung in eine moderne Baugestaltung integriert.
Der differente Gebrauch der Säule soll an bedeutenden Bauwerken aufgezeigt und auch in Bezug auf eine zukünftige Anwendung analysiert werden.