Baukultur Sommerreise 2026
Baukultur entsteht vor Ort – durch engagierte Menschen, lokale Projekte und gelebte Zusammenarbeit. Deshalb macht sich die Bundesstiftung Baukultur im Juli und August 2026 erneut auf den Weg durch Deutschland. Auf ihrer siebten Baukultur Sommerreise besucht das Stiftungsteam Initiativen, trifft engagierte Partnerinnen und Partner und berichtet täglich live über Social Media von unterwegs.
Mit der Baukultur Sommerreise möchte die Stiftung engagierte Akteurinnen und Akteure kennenlernen und herausragende Projekte der Baukultur bundesweit besuchen. Gemeinsam mit lokalen Partnerinnen und Partnern werden baukulturelle Themen aufgegriffen, das breite Engagement für Baukultur sichtbar gemacht, Impulse gesetzt und zum Mitmachen angeregt. Gute Praxisbeispiele bieten dabei Anlass für Austausch und Diskussion über aktuelle Herausforderungen des Bauens und Wohnens sowie über gelungene Lösungen in Planung, Bau und Stadtentwicklung.
Am 7. Juli macht die Baukultur Sommerreise halt in Diemerstein. Von 10 bis 12 Uhr wird dort die Werk- und Forschungshalle des t-lab / fatuk besichtigt.
07. Juli 2026, 10.00 – 12.00 Uhr
Werk- und Forschungshalle Diemerstein
Diemerstein 6
67468 Frankenstein
Wir brauchen die Bauwende. Ziel muss eine geschlossene Kreislaufwirtschaft sein. Dazu ist ein Wandel in Lehre, Forschung und Bauweise dringend notwendig. Die Strategie am t-lab der RPTU Kaiserslautern ist es, den studentischen Entwurf mit der Forschung und der 1:1 Umsetzung in richtungsweisenden Pilotprojekten zu verbinden.
Die Werk- und Forschungshalle in Diemerstein (13m breit, 28m lang und 7m hoch) ist auf diesem Weg entstanden und bildet den Auftakt für den geplanten Holzbau-Campus der RPTU im Diemersteiner Tal. Mit ihrer archetypischen Form fügt sich die Halle in ihre Umgebung ein. Der Holzbau bezieht seine architektonische Gestalt aus der Forderung nach einer konsequenten Kreislaufbauwirtschaft aller Baukomponenten, Bauelemente und Bauteile. Diese sind elementiert und reversibel verbunden, um einen späteren einfachen Ausbau und darauffolgenden Wiedereinbau ohne Wertverlust zu garantieren. Um eine zerstörungsfreie Demontierbarkeit sicherzustellen, wurden neuartige, einfach handhabbare und lösbare Verbindungsmittel entwickelt und angewandt. Die am t-lab entwickelten Knoten und Konusadapter aus Kunstharzpressholz (KP) erfüllen diese Anforderungen. Die Reversibilität wird vorrangig über Vorspannung der Bauelemente und holzbaugerechten, formschlüssigen Verbindungen erreicht. Das Primärtragwerk der Halle besteht aus vorgespannten Dreigelenkrahmen aus BauBuche GL 75 mit Knoten aus KP. Die aussteifenden Wand- und Deckenmodule bestehen aus Fichten-Brettsperrholz (BSP). Die kegelförmig gefrästen Konusadapter verbinden diese Elemente mit den Rahmen. Außen folgt ein ebenfalls reversibler Wandaufbau: Weichfaserdämmebene, Konterlattung und vertikale Bretterschalung aus Douglasie. Außerdem wurde auf die klassische Stahlbetonplatte verzichtet und stattdessen eine Brettsperrholz-Bodenplatte rückbaubar verbaut. Diese lagert 300 mm vom Boden aufgeständert auf reversiblen Stahlprofilen auf, die die Lasten materialminimiert in Mikropfähle einleiten.